Meditation
manchmal zieht es jemanden hin zu Klarheit und Stille
dann braucht es ein Herz wie ein offenes Haus
wohin alles geht ein und aus
ein barfüßiges Herz
innerlich
eine große weite Ebene werden
mit unverstelltem Blick
im Wandel
in Frieden

Mit Anfang 20 nahm ich in Spanien an meinem ersten Retreat teil. Die Suche nach Klarheit hatte mich dorthin geführt: ich wollte ergründen, was die Welt im Innersten zusammenhält, was mich ausmacht und welches mein Weg ist.
Nach der Einführung saßen wir alle auf unseren Kissen. Sitzen, schweigen, atmen und sein. Nichts sonst.
Abgesehen von der Tatsache, dass aufgrund der ungewohnten Körperhaltung nach kurzer Zeit alle Muskeln und Knochen in den Beinen schmerzten, stieg in mir ein tiefer Frieden auf und es senkte sich eine große Ruhe über mich. In einer Pause trat ich in den Garten: mein Blick fiel auf einen Baum und es war, als sähe ich zum allerersten Mal einen Baum – alle Schleier waren wie weggezogen…
Da war nur schauen, atmen und sein.
Seitdem hat mich die Meditation nie mehr verlassen.
Die äußere Form hat sich indes verändert.
Nach einem jahrzehntelangen strengen Zen-Training und der Übung der christlich-mystischen Kontemplation kamen Impulse aus der Achtsamkeitsmeditation, der tibetischen Tradition (mit dem Fokus auf Körperentspannung und Visualisierungsübungen) hinzu, ergänzt von vielfältigen Körperarbeitsmethoden (wie z.B. Feldenkrais) sowie intuitivem Malen und Schreiben. Im Zentrum bleibt bis heute die heilsame Stille.
Alle diese Wurzeln sind für mich unsichtbar miteinander verbunden.
Um die Weisheit des Herzens und das Herz der Weisheit zu ergründen, braucht es ein barfüßiges Herz: ein Herz- offen wie eine weite Ebene -
einfach und unverstellt; willig, nicht stehenzubleiben; bereit, in Demut weiter zu lernen.…
Das ABC der Weisheit
und Schwellenrituale
Klarheit & Stille
in Gemeinschaft





